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Berufliche Oberschule Ingolstadt
Staatliche Fachober- und Berufsoberschule

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Alte Geräte, neue Chancen: Nachhaltiger Umgang mit Elektroschrott

Wie wertvoll alte Handys, Kabel und ausgediente Elektrogeräte tatsächlich sind, zeigte sich beim Projekt zur Seminararbeit der Schülerin Emily Meßing. In einem selbst produzierten Film „Denk an die rote Tonne!“ widmet sich Emily dem oft unterschätzten Thema „Seltene Erden im Elektroschrott“. Anschaulich und verständlich erklärt der kreativ und ansprechend umgesetzte Film, dass in nahezu jedem Elektrogerät seltene Rohstoffe stecken. Diese sind nicht nur begrenzt verfügbar, sondern ihre Gewinnung ist häufig mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Umso wichtiger ist die richtige Entsorgung: Nur wenn Elektroschrott fachgerecht gesammelt wird, können diese wertvollen Materialien recycelt und wiederverwendet werden. 

Genau hier setzte auch die Aktionswoche der gesamten Schulfamilie an: Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Personal brachten alte Elektrogeräte mit in die Schule und sorgten so gemeinsam für eine umweltgerechte Entsorgung in der roten Tonne.

Text und Bild: Emily Meßing (BT13), Kathrin Bührle (Fachbetreuung MINT-Förderung)

Zwei Wochen, die verbinden - Auslandspraktikum in Opole

 

Im Rahmen unseres fachpraktischen Auslandspraktikums hatten wir, neun Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen der FOS/BOS Ingolstadt (Technik- und Sozialzweig), die besondere Gelegenheit, zwei Wochen in Opole (Polen) zu verbringen. Seit mittlerweile 20 Jahren besteht die Partnerschaft mit der Schule Zespół Szkół Mechanicznych in Opole – und wir durften ein Teil dieser langen Tradition sein.

Unter der Begleitung unserer Lehrkräfte Frau Reich und Herrn Bielecki wurden wir herzlich empfangen und im schuleigenen Internat, der sogenannten „Bursa“, untergebracht. Von Anfang an war die Gastfreundschaft unserer polnischen Partner deutlich spürbar und machte es uns leicht, uns schnell einzuleben.

Während unseres Aufenthalts waren wir in unterschiedliche praktische Bereiche eingebunden:
Die fünf Technikschüler arbeiteten in der Werkstatt der Firma KMC Global, wo sie praktische Erfahrungen sammeln und ihr technisches Wissen erweitern konnten. Die vier Schülerinnen aus dem Sozialzweig waren in einem Kindergarten und einer Kindertagesstätte tätig und konnten dort wertvolle Einblicke in die pädagogische Arbeit in einem anderen Land gewinnen.

Neben dem Praktikum erwartete uns ein abwechslungsreiches kulturelles Programm. Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch des deutschen Konsulats in Opole, bei dem wir mehr über die Aufgaben des Amtes, die Arbeit der Mitarbeiter sowie berufliche Möglichkeiten im diplomatischen Dienst erfuhren.

Ein bewegender und nachdenklicher Moment war der Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Dieser Ausflug hat uns alle tief beeindruckt und uns die Bedeutung von Erinnerung und Verantwortung eindrücklich vor Augen geführt.

Auch kulturell konnten wir viel entdecken: Bei einem Ausflug nach Krakau besichtigten wir die historische Altstadt sowie das ehemalige jüdische Ghetto. Die Geschichte und Atmosphäre dieser Stadt hinterließen bei uns einen bleibenden Eindruck.

Natürlich kam auch der gemeinsame Spaß nicht zu kurz. Zusammen mit den polnischen Schülerinnen und Schülern verbrachten wir viele schöne Momente – beim Bowling, beim Basteln von Osterdekorationen, bei einem gemeinsamen Kinobesuch oder bei gemütlichen Abendessen. Ein besonderes Highlight war das „Motorradtreffen der Schüler und Lehrkräfte“ auf dem Schulhof, das für eine lockere und gesellige Stimmung sorgte.

Besonders schön war es, einige der polnischen Schülerinnen und Schüler wiederzutreffen, die uns bereits im Oktober in Ingolstadt besucht hatten. Diese Wiederbegegnungen haben gezeigt, wie schnell aus Austausch echte Freundschaften entstehen können.

Rückblickend war das Praktikum weit mehr als nur ein schulisches Projekt. Es war eine Erfahrung, die uns persönlich und fachlich weitergebracht hat. Wir konnten neue Kulturen kennenlernen, unsere Sprachkenntnisse verbessern, gemeinsam lernen und vor allem viele unvergessliche Erinnerungen sammeln.

Dieses Austauschprogramm zeigt, wie wichtig und wertvoll interkulturelle Begegnungen sind – und wir sind dankbar, ein Teil davon gewesen zu sein.

Text und Bilder: StRin Julia Reich



Auslandspraktikum in Grasse: Bonjour Berufsleben!

 

Wir, also sechs Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen, machten uns gemeinsam mit Frau Schmidbauer und Frau Harfold auf den Weg nach Grasse in Südfrankreich. Im Gepäck hatten wir nicht nur viele Outfits, sondern auch eine ordentliche Portion Aufregung: Schließlich erwartete uns eine Woche Praktikum in französischen Betrieben, echtes Alltagsfranzösisch und jede Menge neue Erfahrungen.

Unter der Woche arbeiteten wir in kleinen Geschäften der Stadt und konnten dort spannende Einblicke in den französischen Arbeitsalltag gewinnen. Anfangs war es natürlich ungewohnt, nicht mehr einfach drauflosreden zu können, sondern erst einmal Sätze auf Französisch zu formulieren. Aber mit etwas Mut, einem freundlichen Lächeln und notfalls sehr kreativer Gestik klappte die Verständigung meistens erstaunlich gut. Schnell merkten wir: Man versteht oft mehr, als man denkt, und lernt vor allem dann viel, wenn man einfach ins kalte Wasser springt.

Auch außerhalb des Praktikums gab es einiges zu erleben. Am Samstag fuhren wir nach Nizza – leider bei strömendem Regen. Die Côte d’Azur hatte an diesem Tag offenbar beschlossen, eher Nordsee-Feeling zu verbreiten. Trotzdem ließen wir uns die Laune nicht verderben und erkundeten die Stadt mit Kapuzen, Regenschirmen und möglichst trockenen Schuhen.

Am Sonntag wurden wir dafür mehr als entschädigt: In Cannes erwarteten uns Sonne, blauer Himmel und echtes Riviera-Gefühl. Zwischen Meer, Palmen und berühmter Promenade konnten wir Südfrankreich dann doch noch so genießen, wie man es aus Bildern kennt.

Ein besonderes Highlight war auch der Rückflug – oder besser gesagt: die Nacht davor. Da unser Flug bereits um 6 Uhr morgens ging, entschieden wir alle, Schlaf einfach komplett aus dem Programm zu streichen. Erstaunlicherweise war die Stimmung trotzdem bestens.

Müde, aber voller neuer Eindrücke, kehrten wir schließlich zurück. Das Auslandspraktikum in Grasse war für uns eine tolle Zeit und eine besondere Erfahrung! 

Text und Bilder: Schülerinnen und Schüler der FS11dE und FIW11a, StRin Stefanie Schmidbauer und StRin Lorena Harfold 


Woyzeck - Zwischen Wahnsinn und Gesellschaftskritik

Aufführungen des Schultheaters im Wahlfach: „SZENISCHES GESTALTEN“

Er ist getrieben. Er wird ausgebeutet. Er bricht. Georg Büchners Dramenfragment »Woyzeck« gehört zu den erschütterndsten Texten der deutschen Literaturgeschichte – und das Schultheater des Wahlfachs »Szenisches Gestalten« hat in diesem Frühjahr bewiesen, dass dieser Stoff nichts von seiner Aktualität verloren hat. Zwei Abende lang versetzten Schülerinnen und Schüler der Klassen 11 bis 13 (FOS/BOS) ihr Publikum in atemlose Stille.

Schon Wochen vor der Premiere sorgten ungewöhnliche Werbeplakate in den Schulfluren für Aufsehen. Entstanden sind sie in einer Kooperation mit dem Kunstunterricht der FOS-Klasse 11 unter der Leitung von Frau Sylvia Utz. Die Plakate verbanden klassische Dramatik mit modernen Gestaltungsmitteln und machten auf eindrucksvolle Weise neugierig auf das Stück.

Franz Woyzeck, gespielt von Lukas Frank (FS12), ist ein einfacher Soldat am untersten Rand der Gesellschaft. Neben ihm schleicht sein Schatten – verkörpert von Lucas Chelcea (FT13a) – als bedrückendes Spiegelbild durch das Geschehen. Verzweifelt versucht Woyzeck seine Freundin Marie, gespielt von Laura Rackl (FW13), und ihr gemeinsames Kind zu versorgen. Doch sein Alltag ist geprägt von Demütigung und Qual.

Sein Hauptmann,gespielt von Karim Sönmez (BW13), demütigt herablassend ihn nach Belieben. Ein skrupelloser Doktor, gespielt von Kilian Ponschab (BW13), missbraucht ihn als menschliches Versuchsobjekt für medizinische Experimente. Langsam, unaufhaltsam verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Wahn.

Als Woyzeck schließlich erkennt, dass Marie eine Affäre mit dem Tambourmajor beginnt – charismatisch und bedrohlich zugleich verkörpert von Patryk Lubos (ehem. FOS-Absolvent) –, bricht seine ohnehin brüchige Welt endgültig zusammen.

Das Bläserensemble unter der Leitung von Herrn Gerd Peters begleitete die Aufführungen musikalisch und gab den Szenen eine eigene, eindringliche Klangwelt, welches dem Stück eine absolute Professionalität verlieh. Licht- und tontechnisch wurde das Stück von Tobias Ecker (FW11e) sowie ,in Kooperation mit dem Katharinen-Gymnasium, von Moritz Schirmer und Daniel Meier äußerst kompetent und atmosphärisch in Szene gesetzt. 

Was das Publikum erlebte, war Theater, das bewegt. Berührend, intensiv, ohne Schönfärberei. Die Empathielosigkeit einer Gesellschaft, die Menschen wie Woyzeck einfach fallen lässt, wurde auf der Bühne so sichtbar, dass man sich unweigerlich die Frage stellen musste: Trägt der Einzelne Schuld – oder sind es die Umstände, die ihn formen und zerbrechen?

Büchners Text ist ein Plädoyer gegen Determinismus als Schicksal, das man einfach hinnimmt – und die Inszenierung des Wahlfachs machte dies mit einer Klarheit spürbar, die noch lange nachwirkt.

Text: StRin Julia Reich

Die Eindrücke der Aufführungen wurden fotografisch festgehalten von Leopold Theisen (FIW13b).

Gentechnisches Experiment - Aufklärung eines Kriminalfalls

Ist es möglich an einem Nachmittag einen Mord aufzuklären? Natürlich! Bei einem spannenden Gentechnik–Workshop konnten Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen mithilfe moderner biotechnischer Methoden einen fiktiven Kriminalfall lösen und dabei praktische Einblicke in die Laborarbeit gewinnen.

Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler eine kurze Einführung in die Grundlagen der Molekularbiologie sowie in die Funktionsweise wichtiger Laborgeräte. Besonders interessant war die Arbeit mit den Eppendorf Pipetten, mit denen kleinste Flüssigkeitsmengen präzise übertragen werden. Mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) konnten dann DNA-Proben vervielfältigen werden - eine Möglichkeit, um genügend genetisches Material für die anschließende Analyse des „Tätermaterials“ zu erhalten. Ein weiteres Highlight war die Gelelektrophorese. Hierbei wurden die vervielfältigten DNA-Proben auf ein Gel gegeben und durch Anlegen elektrischen Spannung aufgetrennt. Anhand der entstandenen Bandenmuster konnten die Schülerinnen und Schüler die DNA-Proben verschiedener „Verdächtiger“ vergleichen. Durch sorgfältiges Arbeiten und Auswerten der Ergebnisse gelang es ihnen schließlich, den Täter eindeutig zu identifizieren. 

Der Workshop verband theoretisches Wissen mit praktischer Anwendung und machte deutlich, wie Gentechnik in der Forensik eingesetzt werden kann.

 

Text und Bild: StDin Anita Rott (Fachschaft Biologie)


Biotechnisches Experiment im Unterricht: Sind wir laktoseintolerant?

Die 13. Klassen der Ausbildungsrichtung Sozialwesen hatten die besondere Gelegenheit, ein biotechnologisches Experiment an der Schule durchzuführen. Ziel war es herauszufinden, ob sie Laktose vertragen oder ob eine genetische Laktoseintoleranz vorliegt. Die Grundlage für das Experiment war ihre eigene DNA. 

Materielle Unterstützung erhielten die Klassen von der Technischen Universität München, die die notwendigen Reagenzien sowie professionelle Geräte zur Verfügung stellten: PCR-Cups, Eppendorfpipetten, PCR-Maschinen und Gelelektrophorese-apparaturen

Zuerst erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Einführung in das Thema Laktoseintoleranz und welche genetischen Merkmale darüber entscheiden, dass der Körper Milchzucker gut verdauen kann. Anschließend entnahmen die Schüler eigene Mundschleimhautproben und führten die Analyse durch:  Extraktion, Hitzeverdau, DNS-Polymerisation, Restriktionsverdau und anschließende Gelelektrophorese

In Kleingruppen werteten sie ihre Ergebnisse aus und interpretierten, ob eine Laktoseunverträglichkeit vorliegen könnte.

Insgesamt war es ein eindrucksvolles Experiment, das gezeigt hat, wie eng Naturwissenschaft und Alltag miteinander verbunden sind. Das Experiment für die Schüler war nicht nur interessant und spannend, sondern auch äußerst lebensnah: Manche Schüler konnten tatsächlich feststellen, dass sie genetisch bedingt laktoseintolerant sind – eine Erkenntnis, die nun im Alltag sehr hilfreich sein kann.

Betreuung: StRin Friedrich und StDin Rott 

Text und Bilder: StDin Anita Rott




Zeitzeugengespräch mit Aribert Martin (GSG 9)

Eindrucksvoll und eindringlich schilderte Aribert Martin, ehemaliges Mitglied der Spezialeinheit GSG 9, seine Erlebnisse bei der Befreiung der Lufthansa-Maschine „Landshut“. Vor Schülerinnen und Schülern mehrerer Klassen der FOSBOS Ingolstadt (u. a. FW13, FIW13a, FS13b, FT13b, BT13 und FT11c) berichtete er von den dramatischen Ereignissen des sogenannten „Deutschen Herbstes“ 1977.

Kurz nach dem Start auf Mallorca war das Flugzeug am 13. Oktober 1977 von palästinensischen Terroristen entführt worden. An Bord befanden sich 91 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Die Entführer forderten die Freilassung führender Mitglieder der RAF, darunter Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Die damalige Bundesregierung unter Bundeskanzler Helmut Schmidt entschied sich jedoch gegen Verhandlungen – und für einen militärischen Befreiungsversuch durch die GSG 9.

„Damit sollte einerseits signalisiert werden, dass sich der Staat nicht erpressen lässt und politische Forderungen nicht mit Gewalt durchgesetzt werden können“, machte Martin die damalige Haltung deutlich. Andererseits verringerte diese klare Positionierung die Überlebenschancen der Flugzeuginsassen dramatisch, da die Entführer so zu immer drastischeren Mitteln griffen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Besonders eindrücklich schilderte Martin ein Erlebnis, das ihn bis heute nicht loslässt. Nach der erfolgreichen Befreiung habe ein kleines Kind das Geschehen mit einfachen Worten beschrieben: „Dann hat es bumm gemacht und dann ist er umgefallen.“ Das Kind war Zeuge der Ermordung des Piloten Jürgen Schumann geworden. „Diese Worte machen das ganze Ausmaß der Situation deutlich“, sagte Martin.

Das von Pierre Kröseler von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit moderierte Gespräch bot den Schülerinnen und Schülern nicht nur einen unmittelbaren Einblick in ein zentrales Ereignis der deutschen Geschichte. Es regte auch zum Nachdenken über grundlegende Fragen von Staat, Verantwortung und moralischen Entscheidungen an.

Martin betonte, dass Einsätze dieser Art weit mehr erfordern als nur technische Ausbildung: „Man braucht Resilienz, höchste Aufmerksamkeit, Vertrauen in die Kollegen – und auch eine gefestigte innere Haltung.“ In einer demokratischen Gesellschaft müsse man zudem akzeptieren, dass politische Entscheidungen nicht immer frei von Risiken seien. „Um in Freiheit leben zu können, müssen manchmal auch schwierige und unangenehme Entscheidungen getroffen werden“, so sein Fazit.

Text und Bilder: StR Tobias Auer


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