Vortrag über Extremismusprävention

Der Extremismus wird definiert als Systemüberwindung beziehungsweise als radikale Einstellung, die den demokratischen Verfassungsstaat ablehnt. Die Negativdefinition von Extremismus entspricht dem gewalttätigen Vorgehen gegen die demokratische Verfassung. Doch warum stürzen vor allem so viele Jugendliche in den Extremismus ab? Diese und weitere Fragen bezüglich des religiösen und politischen Extremismus wurden uns beim Besuch der Regionalbeauftragten für Demokratie und Toleranz Oberbayern-West von Christian Radojewski und Alexander Steinmetz beantwortet. 
Nach der Vorstellung startete der Vortrag mit einem Film über Radikalisierung, der sowohl Links-, Rechts- und religiösen Extremismus thematisierte. Während des Films wurden in Etappen die Filmhandlungen sowie die Veränderungen in der Entwicklung der vorkommenden Personen besprochen. Anhand eines Modells des deutschen Psychologen Hilarion Petzold erklärten uns die Regionalbeauftragten, dass mehrere Komponenten wie soziale Beziehungen, Arbeit und Schule, Ideale und Werte dabei zusammenspielen, auf den falschen Lebensweg zu geraten. 
In Deutschland gab es im Jahr 2017 offiziell ungefähr 130.000 Extremisten, wobei fest davon ausgegangen werden kann, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Im Vergleich zu 2014 ist diese Zahl um 40.000 Extremisten gewachsen. Hierunter befinden sich circa 24.000 Rechtsextremisten, allerdings stellt es eine große Schwierigkeit dar, diese von Rechtspopulisten zu unterscheiden. 
Die Rechtsextremisten haben sich in Deutschland im Laufe der Zeit ein gutes Netzwerk aufgebaut. Anhand von Kleidungen und Symbolen, die unterschwellig verwendet werden, erkennen sich die Extremisten in dieser Szene. Ein Beispiel für eine aktuelle rechtsextreme Bewegung in dieser Gegend ist die Identitäre Bewegung Bayern (IBB), die im Zusammenhang mit der Pegida, einer islam- und fremdenfeindlichen sowie rechtspopulistischen Organisation, steht, jedoch Gewalt ablehnt. 
Als Einstiegsdroge verwenden die Rechtsextremisten zur Gewinnung neuer Anhänger oftmals Musik als Werbung mit rassistischem Humor. Die Musik wird vor allem bei Jugendlichen benutzt, da diese durch den täglichen Nutzen unterbewusst wirkt, beispielsweise „Komplott-Hymne für Chemnitz“. 
Nachdem uns die Regionalbeauftragten den Rechtsextremismus näher erläutert haben, informierten sie uns über den religiösen Extremismus, genauer gesagt den Salafismus. Es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Islam und dem Islamismus sowie zwischen dem Islam und dem Salafismus. 
Die Salafisten sind die bekanntesten religiösen Extremisten, wovon es in Bayern circa 600 gibt. Ein bekannter Salafistenprediger ist zum Beispiel der Deutsche Pierre Vogel. Der Salafismus gewinnt seine Anhänger, indem er mit Provokation, Männlichkeit, Gemeinschaft und Gerechtigkeit wirbt. 
Zum Ende des Vortrags führten die Regionalbeauftragten eine Diskussion mit unserer Klasse, aus welchen Gründen wir keine Extremisten sind beziehungsweise geworden sind. Hierfür wurden Gründe wie die liberale Erziehung und damit auch Prägung unserer Eltern sowie unser eigenes differenziertes Denken genannt. 
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